Leben wie Gott in Penang, Teil 1.

Kurze Einblendung der Gegenwart: Da geht man tauchen, lernt neue Leute kennen, kämpft mit wilden Tieren, bekommt Denguefieber, entflieht Erdbeben in Sumatra, entkommt Menschenfressern, überlebt Surfunfälle, kommt irgendwann nach Hause und zack – ist ein halbes Jahr herum. So langsam ist das Trauma der Heimkehr überwunden und ich habe Lust unser Abenteuer weiter zu (virtuellem) Papier zu bringen. Was in Deutschland außerdem besser ist als in Südostasien: WLAN.

Weiter im Text. Schweren Herzens verlassen wir also Koh Tao per Fähre und lassen uns wieder auf dem Festland angekommen zum Bahnhof von Chumphon bringen. Hier hält unser Nachtzug nach Butterworth (mmhhh, Butter!) in Malaysia. Da wir bis zur Abfahrt noch ungefähr 5 Stunden Zeit haben, nutzen wir die Zeit um uns mit einer thailändischen Coverband anzufreunden, die aus Spaß vor dem Bahnhof Konzerte gibt. Außerdem trinken wir Bier mit 3 Münchenerinnen, welche allerdings in die andere Richtung weiter müssen.

Der Nachtzug ist recht gemütlich, man hat seine eigene kleine Koje in einem Metallgestell mit Vorhang und bekommt weiße gestärkte Bettwäsche. Wie in allen geschlossenen Räumen in Thailand ist es dank Klimaanlage schweinekalt, also rolle ich mich in mein Laken und schlafe bis Malaysia. An der Grenze dann umsteigen, in ca. 15 Minuten in Thailand aus- und in Malaysia eingestempelt werden – alles kostenlos und von freundlichen Menschen durchgeführt – und ab nach Penang. Dann in Butterworth noch mit der Fähre nach George Town übersetzen und 20 Minuten die Rucksäcke durch die Altstadt schleppen.

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Unsere gemütliche Straße.
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Eine fotogene Tür.
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Ein Hotel, welches seinen Namen wahrlich verdient! Zum Glück nicht unseres.

Wir steuern ein alteingesessenes Guesthouse in der Muntri Street an, Parallelstraße zur Backpackermeile Chulia Street. An der Rezeption sitzt ein ungefähr 120 Jahre alter, ziemlich dünner Chinese ohne Zähne und raucht. Er freut sich kurz, reicht uns einen Schlüssel und sagt, dass wir uns das Zimmer selbst mal anschauen können. Gesagt, getan, genommen, eingecheckt, fertig!

Aufgrund akuter Kamerazerstörtheit kann ich unseren Trip in den botanischen Garten nicht dokumentieren, aber lasst euch folgendes gesagt sein: Wenn ihr ein Eis in der Hand habt und es selber essen wollt, haltet euch fern von Affen, egal wie niedlich sie aussehen!

Da ich ohne Kamera nicht leben kann und für das abgesoffene Exemplar in Deutschland mein Geld wieder bekomme, kaufe ich mir in Penang einfach das gleiche Modell nochmal. Safety first.

Penang ist aber auch einfach hübsch anzuschauen. Man kann die Altstadt wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Letzteres ist ein beliebtes Transportmittel für besser betuchte asiatische Penang-Touristen, welche sonst ihr vollklimatisiertes Auto im Traum nicht gegen einen Drahtesel tauschen würden, aber hier gehört es zur Erfahrung dazu. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre Street Art, kreiert von den unterschiedlichsten Künstlern und Künstlerinnen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Der berühmteste davon ist übrigens der in Litauen geborene Ernest Zacharevic, wer hätte das gedacht. Aber schauen Sie selbst:

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Oben. Unten. Überall.
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Es gibt fast nichts, woraus man keine Street Art machen könnte.
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Unsere nicht gerade kleine Nachbarin.
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Wer faul ist und trotzdem auf die bike experience nicht verzichten möchte, lässt sich einfach fahren.
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Wie Münster mit mehr Asiaten.
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Mehr Typisches für Penang kann ein Foto kaum vereinen.
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Fröhliches Posieren.
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Wenn das Leben dir ein Gitterfenster und ein rostiges Fahrrad gibt: Mach Street Art draus.
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Fotogener Typ und fotogene Fahrradgang.

Um den Geschmack eines jeden Besuchers zu bedienen, gibt es in Penang die eine oder andere Absurdität zu bestaunen. Zwei Häuser von unserem Guesthouse entfernt hat eine besonders kreative Person seine Liebe zu Kaffee und Katzen zu der einzig logischen Konsequenz verschmelzen lassen: Einem Katzencafé! Da Lennart und ich Bock auf geilen Kaffee und ein kleines bisschen Wahnsinn haben, statten wir diesem einen Besuch ab.

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Ein fröhlicher Mensch mit Katzenkaffee und Katzenkuchen.

Übrigens, wie man sieht hat sich Lennart von einem alten Inder mit unglaublich behaarten Armen einen neuen Haarschnitt verpassen lassen, aber das ist eine andere Geschichte.

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Auch in einem Katzencafé ist eine Katze eben eine Katze.

Im Katzencafé kann man im Erdgeschoss so ziemlich alles, was es auf der Welt gibt, mit Katzenmotiven erwerben. Kaffee und Katzen gibt es im Obergeschoss. Ich stelle es mir vor wie ein großes gemütliches Wohnzimmer mit Katzen, welche schnurrend mit Wollknäueln spielen und wenn sie Bock haben den Besuchern auf den Schoß springen und sich verwöhnen lassen. Leider ist dem nicht so, es gibt einen Cafébereich und einen abgetrennten Katzenbereich, die Katzen chillen dort und haben keine Lust sich mit fremden Menschen zu beschäftigen. Na ja, was habe ich eigentlich erwartet? Cats being cats.

Nach Speis und Trank bummeln wir einfach weiter durch die Stadt, jede Ecke ist irgendwie auf ihre Art und Weise schön und interessant.

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Weltweit, aber besonders in Asien sehr beliebt und eines eigenen Cafés bedürftig: Selfies.
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In Malaysia hat man es nicht so mit Persönlichkeitsrechten. Dieser Typ ist ein Betrüger und jeder soll es wissen!
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Einer von vielen kleinen süßen Kramläden.
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Flaniererei.
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Mal was richtig Gutes gönnen!

Da die Malaysia als muslimisches Land nicht so die große alkoholische Tradition hat, gibt es in kleinen Lädchen und sonstigen Lokalitäten eher Bier aus aller Welt. Diese beiden Schätzchen mussten wir uns schon aus Prinzip genehmigen.

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