Was du draus machst, Teil 3: Sihanoukville & Otres für Entspannte

Aus mir selbst unerklärlichen Gründen neigen Lennart und ich dazu an Orte zu fahren, die wir oberflächlich gesehen doof finden. An solchen Orten lohnt es sich jedoch manchmal an der Oberfläche zu kratzen und geheime Enklaven abseits der Partycrowd oder Touristenströme zu entdecken. So auch in Sihanoukville.

Sihanoukville ist vom Ruf her das Sodom und Gomorrha Kambodschas: Fieser Fusel, schlimme Parties und Leute, die auf David Guetta stehen. Es gibt neben den Partystränden Ochheuteal und Serendipity ein kleines Juwel: Otres.

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Ein fröhlicher Mensch wandert Otres Beach entlang.
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Otres Beach mit Plätzchen zum Chillen.

Am Strand von Otres gibt es ein paar Anlagen mit Hütten, köstliches Essen und bloß eine Straße hinter der Strandreihe, wo noch ein paar weitere kleine Lädchen und Essenbuden platziert sind. Sonst nicht so viel.

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Starren auf das Meer.
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Lady Baguette.

Noch gechillter geht es in Otres Village zu. Hier haben sich ein paar Expats ihr Paradies geschaffen und ihre Guesthouses, Restaurants, Bäckereien und Kunstwerkstätten um einen kleinen See mit ein paar Bächlein drumrum geschaffen. Es gibt sogar ein kleines Festgelände, den Otres Market, wo jeden Samstag ein kleines Festival mit Musik, selbst gemachtem Nippes und Essen stattfindet. Es sind kaum Locals anzutreffen, man existiert hier in seiner isolierten Hippietraumblase.

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Hier entlang.
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Und hier entlang.
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Weltbester Donut: Salted Caramel.

Lennart und ich landen zunächst im Guesthouse Hacienda in Otres Village. Ohne es zu wissen quartieren wir uns in der Dorfkaschemme ein. In diesem Guesthouse dreht sich alles um die Bar, welche nur ein Dach hat und ansonsten in der freien Botanik steht. Gezapftes Bier kostet 50 Cent und alle Leute sind wahnsinnig nett und liebenswert, aber auch ein bisschen hängengeblieben. Es erinnert mich sehr an Moe’s von den Simpsons. Wir entscheiden, dass wir nicht in einer Bar wohnen wollen, aber gerne den einen oder anderen Abend zu Besuch kommen und ziehen weiter.

Ein paar Schritte weiter dann das absolute Chillparadies für Freunde von Tofu, Yoga und Findeltieren: Pachamama. Hier hat es sich eine englische Familie sich selbst und ihren Gästen gemütlich gemacht, Mama wacht über das Wohlbefinden und ihre Tochter mit halb abrasierten Dreadlocks kocht veganes und vegetarisches Essen. Ein barfußlaufendes Hippiegirl bringt dieses und empfiehlt die passenden grünen Smoothies. Man guckt auf den Fluss, riecht die Räucherstäbchen und krault das hauseigene Katzenbaby.

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Unser Bungalow.
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Wie recht sie doch hat.

Als wir nach einem Zimmer fragen, fragt Mama uns zunächst ob wir etwas gegen Hühner haben. Wieso das? Unser Bungalow ist der kühlste und das hauseigene Huhn namens Agnes mag diesen sehr gern. Sie besteht darauf jeden Morgen ihr Ei genau in unserem Bett zu legen. Wir deuten dies als Zeichen und ziehen ein!

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Ein fröhlicher Mensch und Agnes, das Huhn.
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Dörte, das andere Huhn.
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Agnes ist Action.
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Das Produkt der Bemühungen.

So gegen 9 Uhr morgens steht Agnes vor der Tür und wartet ungeduldig, falls dies keinen Erfolg bringt, springt sie irgendwann gegen das Fenster. Jeder Tag beginnt hier mit dem Satz „Wir sollten mal das Huhn reinlassen.“. Decke ausgebreitet, Huhn reingelassen, dauert die Prozedur ungefähr 5 Minuten und nach getaner Arbeit gackert die Dame erleichtert davon. Wir reichen das Ei weiter in die Küche.

Irgendwann beschließen wir unsere Blase of Happiness mal zu verlassen und Sihanoukville anzugucken. Was macht man da? Richtig – Motorbike mieten!

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Cooler Typ auf Bike.
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Panda schlägt zurück.
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Eine kambodschanische Tankstelle.

Einen kleinen Ausflug zum absoluten Highlight – einem fast ausgetrockneten Wasserfall, 30 Minuten Dirtroad entfernt – wagen wir auch. Das Resultat ist ein plattgesessener Hintern und ein Sonnenbrand auf den Schenkeln.

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Fotoshooting für das Neujahrfest.

Außer ein bisschen Müll und grauen Straßen finden wir darüber hinaus nicht so viel und verziehen uns wieder in unser kleines Paradies. Ein bisschen Yoga am Fluss und wunderbare Livemusik im Otres Market (leider ohne Bilder, weil dunkel und zu schön, um den Moment mit der Kamera in der Hand zu versauen), nach einer viel zu kurzen Woche ist unser letzter Abend am Strand gekommen.

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Romantik Popantik.
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Wabbelqualle.
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Hier muss auch mal jemand mit dem Lappen bei.
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Das ist übrigens eine sehr durchdachte Institution. Direkt am Strand kann man sich seine Strandfigur mit Pizza und Pasta bis zur Unkenntlichkeit ruinieren.
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Die latent hungrige Autorin wartet auf das letzte Abendmahl.
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Chill.
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Hier entlang?
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Wer will ein bisschen Kitsch?

Otres, es war sehr schön. Es ist kein atemberaubend schöner Karibikstrand oder keine spannende Kulturlandschaft, die Otres für mich so liebenswert macht. Es ist der gute Vibe, mit Liebe zum Detail erschaffen von astreinen Leuten. Ein bisschen geerdet, sehr entspannt, wieder mal dankbar viele tolle Menschen getroffen zu haben und etwas wehmütig ob des Abschiedes verlassen wir Sihanoukville und dabei auch das Land.

Als nächstes: Hallo Thailand, da sind wir wieder!

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