In Kampot ist immer Sommer.

Kampot in Kambodscha ist so eine Stadt, von der man von anderen Travellern immer wieder ein bisschen etwas hört, aber als Blockbuster zum Reisen wird es auch nicht gehandelt. Eben eine nette kleine Stadt im Süden an der vietnamesischen Grenze wohl, entspannt, ein guter Vibe. Weil wir von entspannten Städten im Süden diverser Länder noch nie enttäuscht wurden (nein, deutsche Städte im Süden sind nicht entspannt!), müssen wir natürlich hin.

Und was soll ich sagen: Kampot ist Balsam für die Seele. Vor allen Dingen nach dem Stress in Phnom Penh und dem Eiertanz im Straßenverkehr – in Kampot gibt es Bürgersteige! Außerdem einen Fluss, Palmen, hübsche Kolonialarchitektur, gutes Essen und frische Luft.

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Traveller-Straße.
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Vordergrund: Mopedkonzentration. Hintergrund: Kleine süße Häuser.
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Palmen, Kolonialbauten, chillige Menschen.

Und wohl einzigartig in Südostasien: Das famose Durian-Denkmal!

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Durian (mit Arrangement von anderen Obstsorten).

Da es in der Mitte eines Kreisverkehrs steht, kann man es sogar so oft umrunden wie man möchte, ich liebe diese Stadt.

Es gibt außerdem ein Millenium-Denkmal, welches durch einen großen, weiß angepinselten „2000“-Schriftzug dargestellt wird. Wenn das nichts ist. Leider vergessen zu fotografieren.

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Kommunistenhemdenschneiderei.
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Manche Leute sind eben cooler als andere.
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Lieblingscafé!
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Manche Ratschläge sind international sinnvoll.

Weil Kampot für Stress einfach nicht geeignet ist, suchen wir uns eine lauschige Unterkunft auf der anderen Seite des Flusses, wo nichts los ist (außer Karaoke). Diese wird von netten Franzosen betrieben und es gibt sogar eine Happy Hour für Pastis. Pastis-Paradies sozusagen.

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Ein fröhlicher Bungalow-Bewohner vor Bleibe.
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Wer sich auf dieser Flussterrasse nicht wohl fühlt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

In Kampot treffen wir auch unsere Hamburger Freunde aus Don Det wieder um einen fröhlichen Abend mit Spazierengehen und Rumgesitze am Fluss zu verbringen.

In der Umgebung gibt es allerdings auch noch mehr zu entdecken: Die Bokor Hill Station. Auf dem Berg Pnomh Bokor, welcher sich in einem Nationalpark befindet, sind mehrere Ruinen einer verlassenen Sommerfrische der Franzosen zu finden. Sommerfrische, wie herrlich das schon klingt. Diese wurde für die französischen Kolonialmenschen in den 20ern errichtet, später jedoch von den Roten Khmer übernommen und wieder verlassen. Seitdem stehen die Gebäude leer und vergammeln. Ich finde Ruinen meistens sehr gruselig und sehr spannend, deshalb müssen wir natürlich dorthin. Was macht man in so einem Fall? Richtig, man mietet sich ein Motorbike.

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Die Straße ist prima, der Berg lockt.
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Auf dem Weg: Ein fantastischer Baum mit Gesicht. Wahrscheinlich ein Waldgeist.

Weil auf dem Berg noch viel Platz ist und in so einem Fall geschäftstüchtige Baulöwen nicht weit sind, wachsen ein paar Großbauprojekte aus dem Boden. Es gibt schon ein fertiges, und zwar ein großes ekliges Hotel/ Casino, was über 300 Zimmer und keine Fenster hat. Leider habe ich kein Foto davon, aber es ist riesig, gelb und hässlich.

Ebenfalls auf dem Weg: Dieser freundliche Geselle.

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Mit Liebe und Expertise zusammengezimmert.

Eine größere Baulöwenfirma hat das ganze Gelände gepachtet und plant eine Umgestaltung mit noch mehr Hotels, einem Golfplatz und so Schnickschnack. Deshalb bin ich wirklich froh, dass wir noch einen Blick auf die Geisterstadt erhaschen konnten, wer weiß, ob die Atmosphäre so erhalten bleiben wird.

Wir fahren also mit dem Bike den Berg hoch und machen hier und da einen Halt, wenn uns eins der alten Gebäude am Straßenrand auffällt. Manche von ihnen sind weiter hinten in der Botanik versteckt und so hangelt man sich von Entdeckung zu Entdeckung. Es gibt keine Karte oder etwas Ähnliches, und ich bin mir sicher, dass wir auch gar nicht alles gesehen haben, aber das ist ja das Spannende. Die ganze Zeit treffen wir keine andere Menschenseele in den alten Gebäuden.

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Super Sommerfrische.
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Hier wurde wahrscheinlich das ein oder andere Glas Champagner von ein paar fröhlichen Franzosen schnabuliert.
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Man könnte meinen, gleich schlurft ein Zombie um die Ecke.
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Oder vielleicht ein verrückter Einsiedler?
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Ob da jemand aus dem Fenster Leute beobachtet?
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Nein, Licht gibt es nicht.
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Okay, wer kennt Resident Evil?
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Und wie immer: Die Natur holt sich alles zurück.
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Natur 2.
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Eine gruselige verlassene Kirche gibt es natürlich auch.
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Warten auf die Partygäste.

König Sihanouk hat es sich seinerzeit natürlich auch nicht nehmen lassen sich einen kleinen Sommerpalast hinbauen zu lassen. Diesen kann man ebenfalls von Innen erkunden, hier sind auch ein paar Leute anzutreffen.

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Na das nenne ich mal Residenz.
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Ein fröhlicher Mensch in königlichen Gefühlen schwelgend.
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Prima Aussicht, hinten fängt übrigens das Meer an.

Nach ein paar Gruseligkeiten und nachdem mein Hintern von 2 Stunden Motorbike-Fahrt mehr als nur ein bisschen weh tut, sind wir froh wieder auf Meereshöhe in der Stadt anzukommen.

Ach, Kampot, es ist so herrlich entspannt hier, aber es wird trotzdem nie langweilig. Eine Stadt ohne Meer, die sich aber trotzdem ein bisschen so anfühlt. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier noch länger versacken kann. Trotzdem müssen bzw. wollen wir weiter, die Ferne ruft schon wieder und spontan ziehen wir in den Westen weiter, statt wie eigentlich geplant ostwärts.

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