Ich bin ein Phnom Penher.

Ich weiß nicht, wie Bangkok vor 15 Jahren aussah, aber ich stelle es mir vor wie Phnom Penh jetzt. Nur, dass die Entwicklung von Technologie und Wirtschaft im Jetzt noch schneller voran getrieben werden und somit die Vergangenheit schneller überholen als je zuvor.

In Phnom Penh wurde und wird viel gebaut, Hochhäuser mit Glitzerwerbung internationaler Konzerne, dazwischen jedoch noch die alten, dunklen Gassen mit Straßenhändlern und Essensbuden, alte Kolonialarchitektur, chaotischer Wuselverkehr und eine gewisse Zwielichtigkeit und Schmuddeligkeit, die bisher nicht weggentrifiziert wurde. Die Stadt hat eine raue Atmosphäre, die teils sehr charmant, aber teils auch etwas gruselig wirken kann.

Aber erstmal: Essen!

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Hot Pot for hot people (ich entschuldige mich für die unhotness des Bildes).

Mithilfe des Internets finden wir ein wunderbares Restaurant, was von einer Menge kambodschanischen Mittelstufeschülern bevölkert wird, in welchem keiner Englisch spricht und am wichtigsten: Was vegetarischen Hot Pot hat!

Hot Pot geht so: Man bekommt ein Kochgerät mit einem Topf heißer Brühe auf den Tisch gestellt, dazu diverse Teller mit rohen Zutaten, welche man in die Suppe schmeißt und nach Belieben zum Verspeisen wieder herausholt. Ein bisschen wie Fondue, nur dass die Suppe besser schmeckt und am Ende ebenfalls zu sich genommen werden kann. Köstlich.

Kultur in PP ist ebenfalls ein Ding, deshalb gucken wir ins Nationalmuseum herein.

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Kennt jemand noch diese Kresseköpfe?

Eher so mittelspektakulär, aber der Garten ist schön und wir verbringen Zeit damit ein paar Steinbuddhas anzugucken (Fotografieren im Museum verboten) und uns über Archäologie in Angkor volllabern zu lassen.

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Taube chillt auf Buddha.

Wir laufen durch die Straßen nördlich des Königspalastes und des Museums, wo Backpackerabsteigen, Tempel, ein paar Rotlichtbars und Erholungsspots für die Locals eine Mischung ergeben, welche irgendwie nicht so richtig zusammenpassen mag, aber spannend anzusehen ist.

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Friedliche Co-Existenz.
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Fröhliche Lädchen und Traveljerks.

So halb per Zufall entdecken wir dort auch das Gelände des Wat Ounalom, wo seltsamerweise kein einziger Tourist zu sehen ist. Es ist heiß während der Mittagszeit, bei fast 40 °C hat keiner Lust auf nichts.

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Erstmal Chillen.
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Jackfruit im Tempelgarten.
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Ein fröhlicher Mensch, beobachtet von einer Kuh.
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Man sollte immer etwas Kleingeld bei sich haben.
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Noch ubiquitärer als in allen anderen Städten: Tuktuks.
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Alte Post.
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Wie spät ist es eigentlich?
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Kambodschanische Qualität auf der Baustelle.

Dann endlich: Der Besuch des Köngspalastes nach seiner wohlverdienten Mittagspause.

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Jeder liebt Paläste.

Wer ebenfalls Sehenswürdigkeiten und Paläste liebt: Chinesische und koreanische Touristen. Und was sie ganz besonders lieben sind Fotos ebenjener mit sich selbst davor. Eine kleine Serie, ich nenne es chinesisch-koreanisches Selfieballett.

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Tableau Nr. 1.

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Tableau Nr. 2.
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Tableau Nr. 3.
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Tableau Nr. 4.
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Tableau Nr. 5.
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So sieht übrigens ein Teil des Königspalastes aus.
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Tableau Nr. 6.
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Auch Chedis sind am Start. 
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Es schadet nicht, auf die wichtigen Dinge im Besonderen hinzuweisen.

Auf den Straßen Phnom Penhs sieht man ebenfalls manchmal lustige Erscheinungen, welche für einen in Deutschland lebenden Menschen die ein oder andere Frage aufwerfen. Lieblingsbeobachtung:

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Zustand des Autos = egal. Hauptsache es ist bis obenhin mit Bier vollgeballert.

Manchmal müssen als Teilnehmer des Straßenverkehrs besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Ich glaube nicht, dass man in Kambodscha den Begriff „Feinstaub“ kennt, aber wenn selbst der Tuktuk-Fahrer anhält, um einen Mundschutz für uns zu kaufen, dann sollte man die Situation vielleicht ernst nehmen.

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Autorin plus fröhlicher Mensch im Tuktuk.

Nach vier Nächten verlassen wir Phnom Penh Richtung Süden nach Kampot. Eigentlich kann man über Phnom Penh noch viel mehr erzählen. Wir waren zum Beispiel auf einer sehr coolen Vernissage für Street Art im französischen Institut, hatten in unserem Guesthouse seltsame Begegnungen mit einem halbnackten Keyboard-Genie, einem dicken, zugedröhnten Mann und einer in ein Handtuch eingewickelten kichernden jungen Dame, die von ihm für besondere Dienste bezahlt wurde, oder haben uns über das aufgehübschte NGO-Viertel gewundert. Leider rennt die Zeit im Moment schneller als mir lieb ist.

Mein Blogger-Gewissen ist gerade ein bisschen angefressen von der Tatsache, dass ich wieder ungefähr 3 – 4 Wochen hinterherhinke mit der Berichterstattung. Das Ding ist: Es passiert einfach viel zu viel, sodass mir an den meisten Tagen gar keine Zeit zum Bloggen bleibt und leider werden die Erinnerungen mitunter auch nicht frischer.

Wir befinden uns gerade auf Koh Tao und haben Tauchen gelernt, was ein bisschen mit Führerscheinmachen zu vergleichen ist, mit Praxis, Theorie, Lernen und Prüfungen. Man ist den ganzen Tag nur damit beschäftigt, abends total groggy und am nächsten Morgen geht es wieder früh zum Unterricht oder auf’s Boot. Und ich muss sagen: Ich habe mich Hals über Kopf in das Tauchen verliebt. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

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