Been there, Don Det. – Teil 1

Nach einem kurzen Intermezzo verlassen wir Pakse Richtung Süden zum 4000 Inseln genannten Mekong-Gebiet an der Grenze zu Kambodscha. Wobei 4000 Inseln schon etwas größenwahnsinnig formuliert ist, manche „Insel“ ist ein winziges aus dem Wasser ragendes Landstück mit einem einzelnen Strauch drauf.

Eine richtige Insel ist allerdings das zauberhafte Don Det, klein, entspannt und voller netter Menschen. Wir landen auf Empfehlung in einem wunderbaren Guesthouse mit nur 7 Bungalows in der Mitte der Ostküste, mit zwei Hängematten auf der Veranda und Blick zum Fluss. Der deutsche Besitzer ist ein fantastischer Typ und seine Frau und ihre Schwester kochen das beste Essen auf der Insel. Ab und zu kommt eine Wasserbüffelfamilie vorbei, kleine Hühnchen rennen durch die Gegend und veranstalten Hüpfwettbewerbe und ab und zu tuckert ein kleines Fährboot den Fluss entlang. Bitte, wie kann das Leben besser sein?

Trotz der ganzen harten Chillerei gibt es auf Don Det viele tolle Dinge zu tun. Die Insel hat einen Umfang von ungefähr 7 km und auch die Nachbarinsel Don Khon ist nicht riesig, man kann sich ein klappriges und viel zu kleines Fahrrad mieten und beide Inseln beradeln. Da es keine Autos und nur ein paar wenige Roller dort gibt, ist das eigentlich auch eine entspannte Angelegenheit… bis auf die fehlenden Bremsen und daraus resultierenden Situationen. Nach ungefähr einer halben Stunde reißt es mich dann auch vom Bike, als ich auf einem abschüssigen Weg vom Sattel, als ich einer dornigen Grube ausweichen will. Knie aufgeschürft, Loch in der Leggings, aber egal, das Abenteuer muss weiter gehen (davon abgesehen, dass im Umkreis von 3 Kilometern auf Don Khon nur Gestrüpp zu finden ist und uns eh keiner helfen kann).

Bald können wir absteigen und einen bereits etwas ausgetrockneten Wasserfall und eine kleine Felsenlandschaft zu Fuß erkunden.

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Panorama und Entdeckergefühle.
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Auch dieser reißende Fluss muss unter Einsatz unseres Lebens überquert werden.

Wie überall in Südostasien, wo Menschen vorbei kommen, gibt es auch hier eine kleine Gelegenheit für ein kühles Getränk, anschließend machen wir uns freudig auf den weiteren Weg. Wir befinden uns jetzt ganz im Süden von Laos, nur einen Steinwurf von Kambodscha entfernt.

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In Laos stehen, nach Kambodscha gucken.

Als wir weiterfahren ist einem der übermutigen Abenteurer nach etwas Schabernack zumute und bei einem gefährlichen Stunt (= aus dem Sattel Aufstehen) hält das kleine laotische Fahrrad den hünenhaften Lennart nicht aus und kracht nach vorne. Ergebnis:

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Man merke an: Die Kamera befindet sich wieder in der Hand. Ein ernstzunehmender Fotograf kennt keinen Schmerz.
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Oha!

In Deutschland würde man in so einer Situation vielleicht kurz weinen und schnell in den nächsten Bus steigen. Hier allerdings gibt es weder Busse, noch Tuktuks oder Motortaxis. Was machen wir also? Richtig, weiterfahren und mehr Wasserfälle anschauen.

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Panorama und ein unerschrockener, sehr tapferer Mensch.

Halb so schlimm, auf dem Rückweg kaufen wir eine Pulle Jodlösung und ein paar Pflaster, verarzten Lennart und chillen weiter bei Lutz.

Wo es Wasser gibt, gibt es auch eine Menge Möglichkeiten zum Wassersport. Da wir sehr sportliche Menschen sind, lassen Lennart und ich uns für den übernächsten Tag also eine Kanutour klarmachen.

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Ein konzentrierter Mensch auf dem Mekong.

Morgens werden wir vom Motortaxi abgeholt und zum Treffpunkt gebracht, wo sich nach und nach ungefähr 20 Leute einfinden. Das haben wir uns ein wenig kleiner und kuscheliger vorgestellt, aber egal, wir nehmen uns vor den anderen davonzufahren.

Die erste Etappe der Tour ist dann ein – wie könnte es anders sein – Wasserfall! Aber ein ziemlich cooler mit vielen Felsen und einer ordentlichen Strömung. Da ein paar findige Guides dabei sind, dürfen wir sogar schwimmen.

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Es klatscht und rauscht ganz schön.
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Panorama! Weiter vorne kann man ein bisschen im Wasser rumplanschen.

Zum Mittagsstopp laufen wir etwas durch den Staub, ein Typ, der keine Schuhe mit hat, weint fast wegen des heißen Sandes und schließlich rasten wir an einem Platz am Fluss mit ziemlich abgefahrenen Fischreusen.

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Irgendwie muss ich ein wenig an Skispringen denken.

Wir paddeln weiter durch den Mekong in Richtung Süden, wo irgendwann Kambodscha anfängt mit einem ganz besonderen Ziel: Delfine! Es leben hier tatsächlich um die 80 Flussdelfine, die man aus gebührender Entfernung und wenn man schön die Klappe hält beobachten kann. Die Kanus versammeln sich also wie von den Guides angewiesen in der Nähe des besagten Gebiets und alle hören auf zu paddeln und sind ganz leise.

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Mit Überblick zur Delfinsichtung.

Und tatsächlich, ab und zu kommt eins der fröhlichen Tierchen zum Luftholen an die Oberfläche und taucht blitzschnell wieder ab. Wenn man zufällig in die richtige Richtung schaut, sieht man einen glitschigen Rücken mit Flosse in einer runden Bewegung geschmeidig aus dem und wieder ins Wasser gleiten. Wenn man in die falsche Richtung guckt, hört man nur ein „PFFT!“ und sieht die vom längst wieder untergetauchten Delfin verursachte Aufwirbelung im Wasser, wenn man dort hinschaut. Check, Mission erfüllt.

Die letzte Station ist nicht per Kanu zu erreichen, zurück an Land werden wir in einen Bus verladen und fahren zu einem – na, wer errät es? – Wasserfall! Dieser ist aber schon eine Hausnummer, nämlich der größte Wasserfall in Südostasien.

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Baden ist hier eher nicht so angesagt.
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Man stelle sich ein lautes Rauschen vor.

Nach links weg ballert der Wasserfall dann noch mehrere Ebenen herab, leider reichte die Aussichtsplattform nicht dorthin und für ein Foto war selbst mein Arm nicht lang genug.

Dann noch eine letzte Etappe Ruderei. Erschöpft, mit Blasen an den Händen vom Rudern und einem trotz mehrfachen Eincremens eingefangenen Sonnenbrand kommen wir wieder auf Don Det an. Dieser Tag hat unglaublich viel Spaß gemacht und wir sind kaputt, aber glücklich.

Eigentlich wollen wir nur noch ins Bett, der Gruppenzwang treibt uns später dann doch noch weiter, Details im nächsten Teil.

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