Nützliches aus Katzenkot in Pakse.

Nach einer kuscheligen Nachtbusfahrt landen wir um 6 Uhr morgens mehr oder minder zermatscht mitten in Pakse. Schnell die Tuktuk-Fahrer abschütteln und zu Fuß ins Guesthouse.

In Pakse (oder auch Pakxe), einer eher verschlafend anmutenden Stadt im Süden von Laos ist nicht so richtig viel zu sehen. Dafür ist die Umgebung prima: Man kann sich ein Moped mieten (was sonst) und auf das Bolaven-Plateau fahren. Dies ist eine schicke grüne Hochebene mit ganz wundervollen und für mein Leben essentiellen Einrichtungen: Kaffeeplantagen!

Lennart und ich verabreden uns für eine Kaffeetour mit einem lustigen Exil-Holländer, der sich Mr. Koffie nennt. Mit so einem Namen muss man sich ja mit Kaffee auskennen. Zunächst müssen auf dem Weg aber natürlich ein paar Wasserfälle besucht werden.

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Ein fröhlicher Mensch auf dem Weg zum Wasserfall.
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Ganz klar das oberste Credo in Südostasien!
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Neue Freunde.

Im Becken des Wasserfalls kann man sogar schwimmen, und jemand hat ein Floß bereit gestellt, auf oder von welchem aus man sich vergnügen kann. Leider haben wir keine Badesachen mit, als Mann kann Lennart sich provisorisch mit seiner Bux helfen, ich schaue leider in die Röhre. Dabei ist dieser Wasserfall tatsächlich einer der schönsten, die ich jemals sehen durfte und ist in einer waldigen, kühlen Oase bei ansonsten 40 °C eine reine Wohltat.

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Hinter dem Wasserfall.
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Ein sehr guter Ort, man kann sich wahrlich nicht beschweren.

Leider müssen wir irgendwann auch wieder weg und uns mit Mr. Koffie treffen. Als wir diesen in einer Bungalow-Anlage auf dem Plateau treffen, in welcher es seine kleine Kaffeewerkstatt hat, setzt er uns erstmal kurz vor einen anderen Wasserfall zum Warten.

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Ebenfalls schick. Und: Mit Regenbogen!
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Ein fröhlicher Mensch posiert am Tad Fane Wasserfall.

Als Mr. Koffie mit seinem Mittagessen und seinem Zigarettchen fertig ist (Mr. Koffie liebt nicht nur Kaffee, sondern auch das Rauchen sehr), plaudern wir ein wenig über Kaffee und bekommen auch einen hervorragenden kredenzt.

Ich frage eine Menge Dinge, die wahrscheinlich jeder fragt: Wie sollte man Kaffee am besten zubereiten? Welcher ist der beste? So was. Mr. Koffie ist da sehr sympathisch undogmatisch und seine Antwort auf fast alles lautet: Wie es einem am besten schmeckt. Außer bei der Frische, seiner Meinung nach ist Kaffee am besten, wenn man ihn frisch röstet und mahlt, egal bei welcher Zubereitungsart. Ist ja eigentlich klar, aber laut Mr. Koffie auch wirklich wichtig.

Bei der kleinen Tour laufen wir durch die Gegend, lernen alles mögliche über Kaffeesorten, ökologischen und nicht-ökologischen Anbau, wie das mit Fair Trade so klappt in Laos (nämlich gar nicht, was hier aber auch gar keinen Sinn macht, weil die Kaffeebauern im kleinen Maßstab anbauen und gar nicht so viele Mitarbeiter haben).

Kaffeebäume sehen übrigens wirklich sehr baumartig aus und verholzen mit der Zeit auch, irgendwie hatte ich mir eine Kaffeeplantage anders vorgestellt.

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Rumlaufen auf der Plantage.
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Köstliche Kaffeebohnen trocknen in der Sonne.
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Gerätschaften zum Quetschen und Schälen.

Durch die ganze Rumlauferei und Schnackerei habe ich keine weiteren Fotos zu bieten, es tut mir sehr leid.

Am Ende unseres Besuchs kommen wir in den Genuss einer besonderen Spezialität, nämlich Kopi Luwak. Wer Kopi Luwak nicht kennt: Die Kaffeebohnen für diese Spezialität werden mithilfe einer bestimmten Schleichkatzenart hergestellt. Die Schleichkatze schnabuliert die Kaffeekirschen, verdaut das Fruchtfleisch, fermentiert die Kaffeebohnen an und kackt diese wieder aus. Die Ausscheidungen werden gesammelt und die Kaffeebohnen herausgeschält und dann geröstet und wie gehabt weiterverarbeitet. Kopi Luwak ist der teuerste Kaffee der Welt und eine Tasse kostet in Deutschland so um die 25 – 40 €. Hier kommen wir für schlappe 5 Taler ins Geschäft und ich muss sagen: Dieser Kaffee schmeckt wirklich grandios. Vollmundig, vielschichtig, samtig. Meine Güte, ich klinge wie ein Kaffeesnob. Kaffeefreude ist in Südostasien aber auch wirklich selten, oft wird man mit Instantbrühe abgespeist.

In der Dämmerung fahren wir wieder nach Pakse zurück, nach dem ganzen Tag auf dem Bike schmerzt der Hintern und ich freue mich darauf am nächsten Tag auf die 4000 Inseln des Mekongs zu fahren. Bzw. auf eine ganz wunderbare davon – auf nach Don Det!

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