Buddha-Disneyland in Sukhothai.

Um von Myanmar ins gelobte Land (= Thailand) überzusetzen, muss man folgende Dinge tun:

Sich ein Busticket bei einer „Reiseagentur“ besorgen, mit dem Taxi zum Busbahnhof Yangon fahren und sich in einen lustigen Reisebus setzen. Für die allgemeine Sicherheit werden vor Abfahrt ein paar Räucherstäbchen an der Vorderfront des Busses abgebrannt. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Eingezwängt in Sitze, welche für Menschen mit einer Körpergröße von ca. 1,65 m konzipiert sind und umgeben von plüschiger Rüschendeko bekommt man ein Spitzen-Unterhaltungsprogramm über Fernseher und Lautsprecher geboten: Zunächst eine buddhistische Ansprache unterlegt mit Bildern von burmesischen Heiligtümern, dann burmesische Dramaserien (in denen ständig jemand ein Tablett mit Essen fallenlässt und dann beim Aufräumen der Sauerei mit Herzdame/ -typ zusammenstößt) und anschließend das Beste – Karaoke!
Die Fahrt gestaltet sich als unkomplizierter als noch vor einigen Monaten, bis Ende 2015 gab es für diese Strecke nur eine enge Route über einen Bergpass voller Serpentinen, welche abwechselnd einen Tag in die eine, den anderen Tag in die andere Richtung befahren werden durfte, natürlich jeweils als Einbahnstraße. In diversen Foren wurde davor gewarnt, weil wohl ab und zu ein Vehikel dort den Berg herunterkullert. Jetzt ist allerdings alles anders, es gibt eine neue Straße und man kommt fluffig von Yangon nach Mae Sot. Ein Glück.

Nach 16 Stunden (Nacht-)fahrt kommt man in Myawaddy an, schmuddeliger Grenzort in Myanmar, und wandert eine halbe Stunde bis zur thailändisch-myanmarischen Freundschaftsbrücke. Diese betritt man auf myanmarischer Seite, erledigt in der Mitte angekommen seine Visaangelegenheiten und verlässt sie in Mae Sot, Thailand.

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Ein fröhlicher Mensch auf der thailändisch-myanmarischer Freundschaftsbrücke. Nach 16 Stunden Busfahrt. Um 7 Uhr morgens.

Auf thailändischer Seite dann noch kurz per Pick-Up zum Busbahnhof und Bus nach Sukhothai schnappen, ein paar Stunden später befinden wir uns in unserem Guesthouse und waschen uns die Strapazen vom Körper.

In Thailand kann man prima folgende Dinge tun: Köstlichkeiten verspeisen, Bier trinken, im Garten abhängen und sich mit anderen Reisenden unterhalten. Wir merken, wie fantastisch doch ein Gemeinschaftsbereich in Guesthouses sein kann, das hat uns in Myanmar wirklich gefehlt.

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Endlich wieder grünes Curry. In meinem Mund brodelt ein Vulkan der Verzückung.
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Ein fröhlicher Mensch am Nachtmarkt von Sukhothai.

Wieso die Leute eigentlich nach Sukhothai fahren ist ein Geschichtspark, in dem Thailands wichtigste Ruinen herumstehen. Im 13. und 14. Jahrhundert befand sich hier die Hauptstadt der Königreich der Thai (ja, diesen Satz habe ich gerade bei Wikipedia abgeschrieben).

Dort sieht es ungefähr so aus:

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War auch schon mal frischer.
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Ein fröhlicher Mensch rastet unter einem Baum.
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Buddha passt auf.
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Ein fröhlicher Mensch rastet auf einem Baum.

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Dieser Buddha sieht ein bisschen so aus, als würde er gerade abheben. Er ist ziemlich groß – Mensch als Maßstab.

Der Park ist zwar ganz nett, leider aber ein bisschen zu fein gemacht für meinen Geschmack. Es gibt überall kleine, gemauerte Gehwege, rechteckig angepflanzte Geranien und eine Menge Schilder, welche einem diverse Dinge verbieten (z.B das Herumklettern). Wo man sich in Bagan trotz anderer Touristen noch ein bisschen gefühlt hat wie auf einem Entdeckungsabenteuer, kommt man sich hier ein bisschen vor wie im Buddha-Disneyland. Vielleicht bin ich aber auch einfach schon versaut durch Bagan und nicht mehr so leicht zu beeindrucken.

Lennart und ich freuen uns sehr darüber in Thailand zu sein. Alles ist wahnsinnig entspannt, die Leute sind freundlich, aber nicht anstrengend-freundlich, unser Zimmer im Guesthouse modert nicht und kostet 5 €, das Essen schmeckt einfach nur fabelhaft und das WLAN funktioniert astrein. Ach.

Weiter geht es anschließend in den Norden und in Richtung Berge nach Chiang Mai mit den besten Sitzplätzen, welche ein Bus jemals gesehen hat:

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Bisschen Kabelgedöns, aber unendlich viel Platz!
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