Leben wie Gott in Penang, Teil 2.

Zwei andere Dinge, für die Penang mehr als berühmt ist: Ein herrlicher Kulturmix und fantastisches Essen, mit Sicherheit auch ein bisschen durch Ersteres bedingt.

Im 18. Jahrhundert Handelsstadt der Ostindischen Kompanie, zog Penang Händler und Arbeiter aus aller Welt an. Heute leben hier hauptsächlich Chinesen, Malaien und Inder, aber auch als Europäer werden wir hier nicht als Exoten wahrgenommen. Penang ist die wahrscheinlich entspannteste Stadt Malaysias, wo Menschen unterschiedlichster Façon friedlich miteinander leben. Alles ist bunt gemixt, man trifft Frauen in Hosen oder in Saris, mit oder ohne Kopftuch, Männer mit und ohne Bärte, Turbane, schicke Anzüge. Einmal alles, bitte.

Passenderweise befindet sich der größte chinesisch-buddhistische Tempel Kek Lok Si in der Nähe von George Town, nur eine Rollerfahrt entfernt. Das lassen Lennart und ich uns natürlich nicht entgehen. Es ist ein bisschen diesig und drückend, man merkt, dass die Monsunzeit naht. Davon lassen wir uns nicht schrecken und steigen zahlreiche Treppen an bunten Türmchen und Gärtchen nach oben.

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Pastellige Freude.
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Lennart macht den Buddha.
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Für deutsch sozialisierte Augen immer wieder eine kleine Überraschung.
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„Nur 3 Statuen? Warum nicht 1000!“
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Große Göttin auf dem Gipfel. Faule Menschen können übrigens auch mit dem eigenen Pkw nach oben fahren.
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Glücksziegel.

Wie immer in buddhistischen Tempeln sind Geldspenden ein zentrales Thema. Hier kann man spezielle Glücksziegel kaufen und zum Decken eines Tempeldachs zur Verfügung stellen.

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Wir befinden uns immer noch im Jahre des Affen.
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Ausblick von ca. der Mitte des Weges.

Wir sind beeindruckt von dem ganzen Brimborium und freuen uns, dass wir mit der letzten Ladung Menschen vor Ladenschluss im Aufzug zur riesigen Statue von Kuan Yin auf dem Gipfel fahren dürfen. Kuan Yin ist die Göttin des Mitgefühls, die den Menschen hilft. Endlich mal eine sinnvolle Beschäftigung.

Am nächsten Tag schauen wir uns außerdem die an sich prächtige Kapitan Kling Moschee an, die durch einen Umbau etwas weniger glanzvoll erscheint, als sie sollte. Trotzdem nice, alleine schon als Kontrast.

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Man erkennt ganz klar: Moschee.
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Ordnung muss sein.

Kommen wir nun zum wichtigsten: Essen! Durch das beschriebene Aufeinandertreffen diverser Kulturen kann man sich in Penang durch viele großartige Landesküchen schlemmen, zudem hat sich eine eigene Küchenkultur entwickelt, welche einen bunten Mix vertritt. UND das beste: Es gibt in Penang zahlreiche vegetarische und vegane Optionen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum, aber einige Läden bieten nur veganes Essen an, und zwar die authentischen typischen Gerichte mit Seitan oder Tofu statt Fleisch. Mein Magen hüpft vor Freude.

Im indischen Viertel finden wir schnell einen Favoriten: Woodlands, ein rein vegetarischer Inder mit schummriger Beleuchtung und unschlagbar günstigen und köstlichen südindischen Gerichten. Der Laden ist immer voll und wir müssen bei unseren (ja, wir waren mehrmals dort) Besuchen immer kurz warten. Indische Familien, nicht-indische Einheimische und Touristen mischen sich, ein gutes Zeichen.

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Oh du köstliche Samosa, Bällchen der Freude!
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Masala Dosa. Oh mein Gott. Plus Minze- und Kokosdip.
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Thali. Verzeihen Sie die zerwühlten Speisen, der Hunger war größer als der Fotofinger schnell.

Eine weitere Offenbarung: Ein veganer Japaner, der neben Sushi auch noch viele andere japanische Gerichte zaubert, die man in Deutschland nicht so auf dem Schirm hat. Leider hat es nicht alles auf die Bilder geschafft.

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Wakame. Algensalat, grün und köstlich.
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Cremige Nudelsuppe.
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Scharfe Nudelsuppe.

Außerdem finden wir einen veganen Chinesen, der die wohl typischste Speise aus Penang anbietet: Laksa. Laksa ist eine Nudelsuppe, die mit Fischbrühe gemacht ist und je nach Küchenchef unterschiedliche Fleischfetzen und Kräuter enthält. Vegan dann eben mit Tofu und Seitan. Es gibt eine gelbe, cremige Laksa mit Kokosmilch und eine rote, scharfe auf Tomatenbasis. Wir probieren natürlich beide.

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Ich möchte bitte in einer Badewanne Laksa schwimmen.
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Gebannte Köstlichkeit.
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Nyonya Pfannkuchen. Herzhaft und fluffig. Mit Tofu oder so, was weiß ich.

Außerdem ein Highlight, leider ohne Fotos: Ein veganes Nasi Campur Buffet, auch „Economy Rice“ genannt. Beliebt zum Mittagessen, man lädt sich einfach aus einem riesigen Buffet diverse Curries, Frittiertes, Gemüse und natürlich Reis auf. Bezahlt wird nach Augenmaß und Gutdünken des Kassenpersonals (womit wir einmal einen ziemlich guten und ein anderes mal einen ziemlich schlechten Deal gemacht haben.)

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Ein paar random Lampions.

In Penang kann man außerdem ziemlich schnell ziemlich nette Leute kennen lernen. An einem Abend lernen wir an einem Plastiktisch vor einer Art Kiosk zwei junge Typen kennen, einen Malaien und einen Chinesen aus Penang. Die beiden sprechen fließend Englisch und Malaysisch, Shun (der Chinese) außerdem Hokkien und Kantonesisch. Wir unterhalten uns über Reisen, die Uni, das Leben an sich und unsere Runde wird immer größer, Freunde und Bekannte der beiden und deren Freunde und Bekannte gesellen sich dazu.
Am Ende sind wir weitere Chinesen und Chinesinnen, Inder und Inderinnen, diverse Backpacker, ein in Penang lebender US-Amerikaner, außerdem eine Chinesin, die einmal ein Chinese war. Wir unterhalten uns auch über die verschiedenen Kulturen in Penang und den entspannten Umgang miteinander. Auch bezeichnend: Patrick aus den USA ist auf der Suche nach einer Stelle als Englischlehrer, bisher erfolglos. Es lernen halt schon alle Kinder ab der Grundschule Englisch. Ich bin glücklich an diesem Abend und wünsche mir, dass sich Deutschland in manchen Dingen eine Scheibe von Penang abschneidet.

Penang, ich bin froh hier gewesen zu sein und nehme nach 5 wundervollen Tagen hier in meinem Herzen ein Stück von dir mit in die weite Welt.

Leben wie Gott in Penang, Teil 1.

Kurze Einblendung der Gegenwart: Da geht man tauchen, lernt neue Leute kennen, kämpft mit wilden Tieren, bekommt Denguefieber, entflieht Erdbeben in Sumatra, entkommt Menschenfressern, überlebt Surfunfälle, kommt irgendwann nach Hause und zack – ist ein halbes Jahr herum. So langsam ist das Trauma der Heimkehr überwunden und ich habe Lust unser Abenteuer weiter zu (virtuellem) Papier zu bringen. Was in Deutschland außerdem besser ist als in Südostasien: WLAN.

Weiter im Text. Schweren Herzens verlassen wir also Koh Tao per Fähre und lassen uns wieder auf dem Festland angekommen zum Bahnhof von Chumphon bringen. Hier hält unser Nachtzug nach Butterworth (mmhhh, Butter!) in Malaysia. Da wir bis zur Abfahrt noch ungefähr 5 Stunden Zeit haben, nutzen wir die Zeit um uns mit einer thailändischen Coverband anzufreunden, die aus Spaß vor dem Bahnhof Konzerte gibt. Außerdem trinken wir Bier mit 3 Münchenerinnen, welche allerdings in die andere Richtung weiter müssen.

Der Nachtzug ist recht gemütlich, man hat seine eigene kleine Koje in einem Metallgestell mit Vorhang und bekommt weiße gestärkte Bettwäsche. Wie in allen geschlossenen Räumen in Thailand ist es dank Klimaanlage schweinekalt, also rolle ich mich in mein Laken und schlafe bis Malaysia. An der Grenze dann umsteigen, in ca. 15 Minuten in Thailand aus- und in Malaysia eingestempelt werden – alles kostenlos und von freundlichen Menschen durchgeführt – und ab nach Penang. Dann in Butterworth noch mit der Fähre nach George Town übersetzen und 20 Minuten die Rucksäcke durch die Altstadt schleppen.

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Unsere gemütliche Straße.
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Eine fotogene Tür.
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Ein Hotel, welches seinen Namen wahrlich verdient! Zum Glück nicht unseres.

Wir steuern ein alteingesessenes Guesthouse in der Muntri Street an, Parallelstraße zur Backpackermeile Chulia Street. An der Rezeption sitzt ein ungefähr 120 Jahre alter, ziemlich dünner Chinese ohne Zähne und raucht. Er freut sich kurz, reicht uns einen Schlüssel und sagt, dass wir uns das Zimmer selbst mal anschauen können. Gesagt, getan, genommen, eingecheckt, fertig!

Aufgrund akuter Kamerazerstörtheit kann ich unseren Trip in den botanischen Garten nicht dokumentieren, aber lasst euch folgendes gesagt sein: Wenn ihr ein Eis in der Hand habt und es selber essen wollt, haltet euch fern von Affen, egal wie niedlich sie aussehen!

Da ich ohne Kamera nicht leben kann und für das abgesoffene Exemplar in Deutschland mein Geld wieder bekomme, kaufe ich mir in Penang einfach das gleiche Modell nochmal. Safety first.

Penang ist aber auch einfach hübsch anzuschauen. Man kann die Altstadt wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Letzteres ist ein beliebtes Transportmittel für besser betuchte asiatische Penang-Touristen, welche sonst ihr vollklimatisiertes Auto im Traum nicht gegen einen Drahtesel tauschen würden, aber hier gehört es zur Erfahrung dazu. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre Street Art, kreiert von den unterschiedlichsten Künstlern und Künstlerinnen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Der berühmteste davon ist übrigens der in Litauen geborene Ernest Zacharevic, wer hätte das gedacht. Aber schauen Sie selbst:

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Oben. Unten. Überall.
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Es gibt fast nichts, woraus man keine Street Art machen könnte.
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Unsere nicht gerade kleine Nachbarin.
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Wer faul ist und trotzdem auf die bike experience nicht verzichten möchte, lässt sich einfach fahren.
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Wie Münster mit mehr Asiaten.
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Mehr Typisches für Penang kann ein Foto kaum vereinen.
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Fröhliches Posieren.
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Wenn das Leben dir ein Gitterfenster und ein rostiges Fahrrad gibt: Mach Street Art draus.
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Fotogener Typ und fotogene Fahrradgang.

Um den Geschmack eines jeden Besuchers zu bedienen, gibt es in Penang die eine oder andere Absurdität zu bestaunen. Zwei Häuser von unserem Guesthouse entfernt hat eine besonders kreative Person seine Liebe zu Kaffee und Katzen zu der einzig logischen Konsequenz verschmelzen lassen: Einem Katzencafé! Da Lennart und ich Bock auf geilen Kaffee und ein kleines bisschen Wahnsinn haben, statten wir diesem einen Besuch ab.

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Ein fröhlicher Mensch mit Katzenkaffee und Katzenkuchen.

Übrigens, wie man sieht hat sich Lennart von einem alten Inder mit unglaublich behaarten Armen einen neuen Haarschnitt verpassen lassen, aber das ist eine andere Geschichte.

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Auch in einem Katzencafé ist eine Katze eben eine Katze.

Im Katzencafé kann man im Erdgeschoss so ziemlich alles, was es auf der Welt gibt, mit Katzenmotiven erwerben. Kaffee und Katzen gibt es im Obergeschoss. Ich stelle es mir vor wie ein großes gemütliches Wohnzimmer mit Katzen, welche schnurrend mit Wollknäueln spielen und wenn sie Bock haben den Besuchern auf den Schoß springen und sich verwöhnen lassen. Leider ist dem nicht so, es gibt einen Cafébereich und einen abgetrennten Katzenbereich, die Katzen chillen dort und haben keine Lust sich mit fremden Menschen zu beschäftigen. Na ja, was habe ich eigentlich erwartet? Cats being cats.

Nach Speis und Trank bummeln wir einfach weiter durch die Stadt, jede Ecke ist irgendwie auf ihre Art und Weise schön und interessant.

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Weltweit, aber besonders in Asien sehr beliebt und eines eigenen Cafés bedürftig: Selfies.
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In Malaysia hat man es nicht so mit Persönlichkeitsrechten. Dieser Typ ist ein Betrüger und jeder soll es wissen!
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Einer von vielen kleinen süßen Kramläden.
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Flaniererei.
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Mal was richtig Gutes gönnen!

Da die Malaysia als muslimisches Land nicht so die große alkoholische Tradition hat, gibt es in kleinen Lädchen und sonstigen Lokalitäten eher Bier aus aller Welt. Diese beiden Schätzchen mussten wir uns schon aus Prinzip genehmigen.

„Okay & Runter“ auf Koh Tao.

Ich habe auf Koh Tao eine neue Liebe gefunden. Ich wusste, dass sie dort zu finden ist, aber nicht, dass sie mich so umhauen wird. Tauchen, I love you!

Aber eins nach dem anderen. Wir kommen morgens um 8 nach einer nächtlichen Bus- und anschließenden Fährfahrt auf Koh Tao an. Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich dermaßen seekrank, dass ich in ernsthafte Erwägung ziehe mich mal kurz über die Reling zu beugen. Geht aber alles nochmal gut.

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Nicht der schlechteste Anblick zum Empfang.
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Fertige, aber fröhliche Menschen.

Wir marschieren an den ganzen Taxischleppern vorbei und treffen uns direkt am Pier mit unserer Tauchlehrerin Verena, die zusammen mit einer Ex-Kollegin von mir studiert hat und uns (glücklicherweise!) empfohlen wurde.

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Bötchen, viele davon um Taucher an den gewünschten Ort zu transportieren.
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Unser Pier.

Ein paar Formalitäten erledigt und zack, wir sind Tauchschüler. Erstmal Nickerchen, nachmittags dann theoretischer Unterricht. Tauchschule ist ein bisschen wie Fahrschule, man kriegt Theorie beigebracht, lernt ein bisschen, kreuzt ein bisschen Fragebögen an und macht natürlich praktische Übungen.

Wo funktioniert das am besten? Richtig, unter Wasser. Am Tag darauf packen wir unsere Kiste mit Taucheranzug, Flossen, Taucherbrille und Atemregler zusammen und besteigen mit Verena, ein paar anderen Tauchlehrern und einer lustigen Chinesengruppe das Boot. Wie die meisten modebewussten Asiaten versuchen jene ihre Körper möglichst sonnenunberührt zu halten und haben sich langärmlig eingekleidet. Ein paar von ihnen tragen auch lustige Robocop-Sonnenhelme und haben pro Person mindestens ein Smartphone oder eine GoPro dabei. Schwimmen können sie leider nicht, aber ein paar Fotos für die Nachwelt sind natürlich unverzichtbar.

Ich bin aufgeregt wie Hulle vor dem ersten Tauchgang. Wir starten in seichtem Wasser und üben erstmal das Atmen unter Wasser, was man tut, wenn man seinen Atemregler aus dem Mund verliert (wieder in den Mund einsetzen natürlich, beim Üben wird einem bloß klar, dass das überhaupt nicht schlimm ist und man nicht in Panik verfallen muss), wie man sich in Notsituationen die Luft teilt und all so Zeug.

Beim zweiten Tauchgang gehen wir dann runter auf 12 m, üben weitere Dinge und schauen uns viele bunte Fische an. Es ist total abgefahren unter Wasser zu atmen und zu schweben und es macht einfach unglaublich viel Spaß. Tauchen ist Magie!

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Ohne Luft ist schlecht.
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Flasche guckt auf Koh Tao.
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Ein fröhlicher Mensch zeigt das internationale Zeichen für „Alles okay.“
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Damit das Boot beschützt wird.
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Trotz Atemregler im Mund büßt die Autorin von ihrer Fotogenität nichts ein.
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Gleich geht es ab.
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Ein verwegener Typ macht sich bereit.

Nach ein paar Tagen Kurs, Tauchen und Prüfung sind wir offiziell PADI Open Water Diver und dürfen bis zu 18 m tief tauchen und sogar alleine losziehen (also zu zweit, aber ohne Tauchlehrer). Ich kann das kaum in Worten ausdrücken, wie schön ich Tauchen finde. Man ist in einem komplett anderen Film und lernt eine neue Welt kennen, beziehungsweise eine ganz neue Facette der Schönheit unseres Planeten. Wie man vielleicht herauslesen kann: Ich bin geflasht.

Wir sehen in unseren Tauchgängen viele tolle bunte (und unbunte) Fische: Blaupunktrochen, Papageienfische, Anemonenfische, Barrakudas, Großbarsche, Kaiserfische, Kugelfische, Falterfische, Wimpelfische, Drückerfische, Schnapper, Muränen, Trevallysm Pfeifenfische, einen Thunfisch, Süßlippen – alles! Wir sehen auch ein Wrack eines Katamarans und einige Unterwasserhöhlen. Es ist der absolute Wahnsinn.

Leider gibt es nicht so viele Aufnahmen im oder unter Wasser, denn ich habe leider keine wasserfeste Kamera. Habe ich nicht? Eigentlich sollte meine Kamera bis zu einer Wassertiefe von 15 m ihren Dienst tun und eigentlich habe ich sie unter anderem aus diesem Grunde erworben. Bei Abstieg, so ungefähr auf 10 m, fängt sie an zu blinken, etwas von „zu tief“ anzuzeigen und versagt letztendlich ihren Dienst.

Hier war alles noch okay:

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Unser Boot vom Wasser aus.
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Unter dem Meer, unter dem Meer! (Bitte den Song aus „Arielle, die Meerjungfrau“ im Kopf mitsingen).

Feierlich präsentiere ich das letzte Foto, was mit meinem treuen Begleiter geschossen werden konnte. Die Speicherkarte war zum Glück zu retten, Rest = Totalschaden.

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Ein kleiner süßer Papageienfisch.

Ansonsten kann man auf Koh Tao auch ganz gut abhängen, wenn man nicht gerade taucht. Da wir fast immer tauchen, essen oder müde sind, mieten wir uns nur an einem Tag ein Motorbike und gucken ein bisschen herum.

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Es gibt durchaus beschissenere Orte auf der Welt.
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Unser Pier zum Sonnenuntergang.
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Schön mal abgekitscht.

Nach 6 Tagen, dem Eintauchen in eine neue Welt, dem Kennenlernen neuer Bekannter, die Aufnahme in eine wunderbare Tauchergemeinschaft und einer Pizzaparty machen wir uns wehmütig auf den Weg. Koh Tao, du kleine Insel im Süden, du hast mir gewaltige Magie eingepflanzt.

Nun folgt eine Reise in ein mir unbekanntes Land.